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Monster des Alltags – Die Logik

Heute stelle ich Ihnen ein weiteres Monster des Alltags von Christian Moser vor:

Die Logik

Glauben Sie daran, dass in Unternehmen Entscheidungen objektiv getroffen werden? Denken Sie, dass Führungskräfte immer logische Entscheidungen fällen? Dann sind Sie auf dem Holzweg.

Natürlich werden erst Fakten und Zahlen gesammelt, bevor eine Entscheidung getroffen wird, damit sie möglichst objektiv ist. Aber man kann einfach nicht wirklich alle Fakten kennen und beurteilen. Das wäre viel zu zeitaufwändig, kostspielig und wahrscheinlich ganz unmöglich. Denn unsere Welt ist komplex. Und während Sie fleißig Daten sammeln, passieren schon wieder andere Dinge, die diese beeinflussen.

Führungskräfte müssen einfach irgendwann entscheiden. Und diese Entscheidungen fällen Sie nach bestem Wissen und Gewissen – aus dem Bauch. Häufig wird hinterher nach logischen Argumenten gesucht, warum so entschieden wurde. Aber es geht nicht streng nach der Logik zu.

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Unternehmerpaar: Wer hat die Hosen an?

Unternehmerpaare haben, im Vergleich zu anderen Paaren, noch mehr Anlässe, um miteinander in Konflikt zu geraten.

Privatleben und Arbeit sind meist schwer zu trennen, die Öffentlichkeit blickt mit mehr Interesse auf sie, und nicht zuletzt erfordert die Verantwortung für Mitarbeiter und Eigentum ständig neue Entscheidungen.

Wenn es in einem dieser Bereiche Probleme gibt, wirkt sich das oft auch in anderen Bereichen aus.

Heute möchte ich beleuchten, wer die Führung durch diesen Dschungel übernehmen sollte.

Kann es nur einen geben?

Petras Vater war Inhaber eines kleinen Handwerksbetriebes. Ihre Mutter war die Sekretärin und zuständig für „alle sonstigen Kleinigkeiten“. Zu Hause setzte sich die Rollenverteilung fort.
Vater bestimmte, Mutter kümmerte sich um alles. Mutter fand das wohl normal, beklagte sich nicht hörbar.
Petra, inzwischen auch selbständig, lehnt diese patriarchalische Rollenverteilung total ab. Trotzdem erwischt sie sich, in Ihrem Unternehmen das Verhalten ihres Vaters an den Tag zu legen.
Ihre privaten Partnerschaften laufen meist wenig beglückend.

Frank ist der Chef eines Beratungsunternehmens. Sandra lernte ihn kennen, lieben und arbeitet jetzt mit ihm zusammen. Frank gehört auch das Haus, in dem sich Büros und Privatwohnung befinden.
Dienstliche Entscheidungen trifft er nach Abstimmung mit Sandra und einem weiteren Angestellten selbst. Bei der Umsetzung lässt er beiden freie Hand, das funktioniert gut.
Doch Sandra fühlt sich nicht wohl in der Privatwohnung.
Sie hat das Frank gegenüber geäußert, sehr vorsichtig, aber ihr Wunsch kam nicht an bei ihm. Er hatte den Kopf voll mit Arbeit. So bleibt alles beim Alten, was Sandra latent unzufrieden werden lässt.

Birgit ist Chefin eines Pflegedienstes. Ihr Mann Robert ist ihr Angestellter. Er und 5 weitere Mitarbeitende lassen sich von ihr gerne führen, stehen zu ihr und dem Unternehmen. Birgit findet sich in dieser Rolle perfekt wieder und füllt sie gern aus. Allerdings kamen ihr in der Familie Zweifel. Sie ist für Gleichberechtigung und findet es nicht okay, auch im Privatleben zu bestimmen, was werden soll.
Das Paar vereinbarte, dass in der Firma Birgit die Chefin ist und Robert in Haus und Garten das Heft in die Hand nimmt. Gerechtigkeit ist wichtig!
Dennoch sind beide unzufrieden und genervt.

Wo liegt der Hase im Pfeffer?

Der Punkt ist, dass für die drei Bereiche – Unternehmen, Paarbeziehung und Eigentum – jeweils unterschiedliche Werte und Normen gelten.

Im Unternehmen hat Chefin oder Chef das Sagen und die Verantwortung.

Im Privatleben gelten heute (Rollenbilder verändern sich laufend) Gleichberechtigung und gemeinsame Entscheidungen als „normal“.

Und was das Eigentum betrifft: Klar, wem etwas gehört, der darf darüber bestimmen. Ob Chef, Chefin, Mann oder Frau – das spielt hier gar keine Rolle.

Weil aber jede und jeder in jedem Bereich seine ganz spezifische Rolle hat, kann das zu Verwirrungen führen. Unmut und Konflikte folgen auf dem Fuß.

Unabhängig von all dem ist jede Persönlichkeit in ihrem Temperament und ihren Verhaltensmustern einmalig. Den richtigen Platz für sich zu finden, so wie man eben ist, gehört zu den großen Aufgaben eines gelungenen Lebens und einer Partnerschaft.

Selbstbewusst einig

Und? Wer sollte nun die Führung in den drei Bereichen übernehmen?

Ich glaube: Jedes Paar sollte seinen ganz eigenen Weg finden.

Richtig ist er dann, wenn Sie ihn selbst als richtig, für sich selbst stimmig, empfinden.

Fragen, die Ihnen den Weg zeigen, sind z.B.:

  • Wo ist heute Ihr Platz im Unternehmen? Stimmt das für Sie so? Oder passt es nicht zu Ihnen? Wissen die Mitarbeiter immer, wessen Entscheidung gilt?
  • Wie gestalten Sie Ihre private Paarbeziehung, die Familie? Was ist Ihnen da wichtig? Wie teilen Sie die Arbeit in diesem Kontext, finden Sie das gerecht?
  • Und wie gehen Sie unter dem Aspekt des Eigentums miteinander um? Wie wichtig ist das für jeden von Ihnen überhaupt? Kann es sein, dass es Ihnen mehr ausmacht, als Sie immer dachten? Oder doch gar nicht soooo wichtig ist?

Wie auch immer es ist: Sobald Ihnen bewusst ist, aus welchem Bereich Unmut, Konflikte oder Verwirrungen entspringen, werden sie leichter aufzudröseln und damit lösbar.
Das Bewusst -Sein macht den Unterschied!

Und unsere Protagonisten?

Petra hat gelernt, dass Führen von Mitarbeitern etwas Anderes sein darf als der Kampf Patriarchat vs. Emanzipation. Und dass im Privatleben im Grunde nichts Anderes gilt: Miteinander statt Kampf. Auch wenn es noch etwas dauern kann, bis die alten Erfahrungen ihre Macht völlig abgeben.

Sandra und Frank haben noch einmal in Ruhe miteinander gesprochen.
Dabei kam raus, dass Frank zwar über das Budget bestimmen möchte, mit dem am Haus Veränderungen geschehen. Sandras Vorschläge aber gefallen ihm gut. Er ist sogar froh, wenn sie ihm die Erhaltung und Verschönerung der Immobilie abnimmt.
Sandra kümmert sich, beauftragt Handwerker, überwacht die Baumaßnahmen, und Frank ist glücklich, wie schön alles wird, und dass er sich nicht kümmern muss, sondern nur genießen kann.

Birgit und Robert revidierten ihre Vereinbarung wieder.
Gerechtigkeit hin oder her, und was „die Leute“ sagen ist sowieso deren Sache.
Birgit ist vom Naturell ein Anführer, geht nach vorn und packt Gelegenheiten am Schopf. Und so soll es beruflich wie privat auch sein. Es passt.
Robert ist der perfekte Umsetzer und froh in dieser Rolle. Trotzdem begleitet er Birgits Entscheidungen in allen Bereichen liebevoll kritisch. Beide finden es gut, dass Birgit das Zugpferd ist und vor wichtigen Entscheidungen Roberts Sicht einholt.

Fazit:

Das Leben von Unternehmerpaaren findet gleichzeitig in drei Bereichen statt:

  • Partnerschaft / Familie,
  • Unternehmen und
  • Eigentum.

Die Bereiche überschneiden sich teilweise und haben jeweils spezielle Normen und Bedürfnisse.
Außerdem hat jede Persönlichkeit Ihre starken Seiten.
Als Paar können Sie die wunderbar ergänzen und miteinander aushandeln, wer in welchem Bereich Verantwortung übernehmen will.

Wenn Sie sich das bei Ihren Entscheidungen bewusstmachen, bleiben die Bereiche klarer getrennt und die Verantwortung im besten Sinne passgenau verteilt.

Die Frage, wer von beiden „die Hosen anhat“, stellt sich dann gar nicht mehr. SIE trägt ihre, ER seine.

 

Was ist Ihr Weg? Schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen!

 

Über die Autorin

Elke Kaiser ist Dipl.Ing.oec. und Mediatorin.

Sie arbeitet mit Unternehmerpaaren an gelungenen Beziehungen miteinander und mit den Mitarbeitenden, damit frohes Schaffen jeden Tag bereichert.

Außerdem unterstützt sie als Prozessberaterin im Rahmen des EU-Förderprogramms unternehmensWert:Mensch Inhaber von Kleinbetrieben dabei, mittels moderner Personalführung und Personalentwicklung die Interessen der Menschen und des Unternehmens zu verbinden.

Nehmen sie Kontakt auf: Elke Kaiser brief@unternehmerpaar.de

Mehr Informationen und Inspirationen: www.unternehmerpaar.de

 

Rationale Entscheidungen

Kompass

In Unternehmen werden laufend Entscheidungen getroffen. Man kann gar nicht nicht entscheiden, denn ein Aussitzen von Entscheidungen hat auch eine Wirkung.

Wenn eine Entscheidung getroffen werden soll, dann geht man davon aus, dass es eine rationale Entscheidung ist. D.h. man legt Präferenzen fest, sammelt Informationen, bewertet diese und wenn man dann die Alternativen vergleicht bleibt eine beste Variante übrig, über die dann entschieden wird (Ja/Nein).

Aber eine Entscheidung ist eigentlich immer eine Wahl zwischen zwei Alternativen. Wenn man aber richtig analysiert, dann bleibt ja nur eine Alternative übrig und daher muss dann keine Entscheidung mehr getroffen werden (sie ist alternativlos).

Was beobachten Sie in Ihrem Unternehmen? Wie werden Entscheidungen getroffen? Läuft das nicht in der Regel nicht rational? Ist es nicht viel mehr so, dass dass ein Mitarbeiter zufällig mit einem Thema beim Vorstand Gehör findet? Spielen vielleicht Macht, Eitelkeiten und persönliche Präferenzen eine viel größere Rolle?

Ich musste mir schon selbst oft nach einer durch den Vorstand getroffenen Entscheidung etwas aus den Fingern saugen, um diese Entscheidung im Nachhinein zu rechtfertigen. Sie hatte dann den Anschein, als wäre sie rational getroffen worden.