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Einfach einmal anders herum: Reverse Brainstorming

Eine Kreativitätstechnik, die von der anderen Seite beginnt

Manchmal steckt man im Projekt total fest. Dann muss eine neue Idee her.

Oft ist es aber gar nicht so einfach, neue Ideen zu entwickeln. Insbesondere, wenn man schon häufig über das Problem und die Lösung nachgedacht hat.

Mir ist auch einmal so gegangen. Bei meinem alten Arbeitgeber sollten wir im Team Ideen entwickeln, wie wir die Kundenzufriedenheit verbessern können. Bei dieser Aufgabenstellung haben alle insgeheim die Augen verdreht. Das Thema hatten wir bereits mehrmals durchgearbeitet. Es war ja auch jedem klar, wer der Kunde unserer Abteilung ist. Es kamen nur schleppend ein paar halbherzige Ideen zusammen. Niemand hatte so recht Lust mitzumachen. Ich schaute ständig auf die Uhr und hoffte, dass der Nachmittag bald vergeht.

Aber dann machte eine Kollegin den Vorschlag, dass wir das umgekehrte Brainstorming anwenden sollten. Sie erklärte die Schritte kurz:

  • Zuerst wird das Problem beschrieben, so dass sichergestellt ist, das jeder das Gleiche darunter versteht.
  • Dann wird das Problem umgekehrt. In unserem Fall: Was müssen wir tun, damit unsere Kunden extrem unzufrieden mit uns sind?
  • Danach werden die gefundenen Ideen wieder umgekehrt.
  • Zuletzt werden die Lösungen herausgearbeitet, die bei dem Problem helfen.

Plötzlich war wieder Energie im Raum. Alle Kollegen hatten viel Spaß daran, die verrücktesten Ideen zu entwickeln, wie wir unsere Kunden vergraulen könnten. Die Umkehrung der gefundenen Ideen war dann auch ganz einfach und wir haben zum Schluss wirklich gute Lösungen gefunden, die dann auch von uns ernsthaft umgesetzt wurden.

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Welche Erfahrungen haben Sie mit dieser Methode? Berichten Sie gerne in einem Kommentar davon.

Studie: In Deutschland fehlt Raum für Kreativität

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Die Förderung von Kreativität am Arbeitsplatz

Heute möchte ich Ihnen eine Studie von der Agentur Jack Morton vorstellen, die eine internationale Untersuchung zum Thema „Förderung von Kreativität am Arbeitsplatz“ durchgeführt hat. Wie steht Deutschland im Vergleich zu Australien, Brasilien, China, Ägypten, Hong Kong, Saudi-Arabien, Singapur, Vereinigte Arabische Emirate, Großbritannien und den USA da?

Sind Sie kreativ?

Auf diese Frage antworten erstaunlich viele Beschäftigte mit Ja. Vier von fünf halten sich hierzulande für kreativ.

95 Prozent sind der Meinung, Kreativität sei wichtig für den Geschäftserfolg. Doch ganze 25 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland haben das Gefühl, dass ihr Arbeitsumfeld kreatives Denken tatsächlich befördert.

In einem Punkt ist Deutschland im internationalen Vergleich erstaunlicherweise Spitzenreiter: 53 Prozent der Beschäftigten geben hierzulande als Kreativitätskiller Nummer eins Zeitdruck an. Das gibt es in keinem anderen Land. Nur 37 Prozent der deutschen Beschäftigten haben das Gefühl, sich die nötige Zeit für kreatives Denken freischaufeln zu können. Danach gefragt, wieviel Zeit pro Woche hierfür nötig sei, liegt der meistgenannte Wert bei drei bis vier Stunden.

Und wie kommt man in den Unternehmen auf Ideen? – 49 Prozent gaben an, Brainstorming sei in der Firma die bevorzugte Methode hierfür. 19 Prozent der Beschäftigten beklagen allerdings die fehlende Gelegenheit zu spontanen Meetings. 64 Prozent der Befragten waren der Überzeugung, kreatives Denken sei erlernbar und nicht bloß ein angeborenes Talent.

Was können Unternehmen tun, um die Kreativität zu fördern?

  1. Zusammenarbeit: Kreative Ideen werden am Besten im Austausch mit Kollegen entwickelt. Daher sind spontane Meetings und Diskussionen wichtig. Als Unternehmen sollten Sie Räume dafür zur Verfügung stellen (zeitlich und auch mit entsprechender Ausstattung).
  2. Spielen: Neue Ideen entwickeln sich gut beim Spielen. Dann kann man etwas ausprobieren, basteln, neu zusammensetzen. Dabei ist oft auch wichtig, die Ideen anfassbar zu machen. Wenn man ein Modell gebastelt hat, lässt es sich besser von allen Seiten betrachten. Als Unternehmen sollten Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit dazu geben und Materialien zur Verfügung stellen.
  3. Kreativitätstechniken: Man kann nicht auf Knopfdruck kreativ sein. Auch fällt die Entwicklung neuer Ideen ein einem schlichten Büro am funktionalen Schreibtisch schwer. Besser ist es die gewohnte Umgebung zu verlassen. Ein Spaziergang im Park, der Besuch eines Museum usw. kann inspirierend sein. Auch hier sind die Führungskräfte in Ihrem Unternehmen aufgefordert, den Mitarbeitern dieses zu ermöglichen
  4. Fehlerkultur: Wer kreativ sein soll, der braucht die Sicherheit, auch Fehler machen zu dürfen. Nicht die erste Idee ist sofort perfekt und umsetzbar.
  5. Denk-Räume: Für die ersten 3 genannten Punkte benötigen Sie entsprechend ausgestattete Räume, die nicht den ansonsten geltenden formalen Richtlinien entsprechen. Viel Platz für Flipcharts, Haftnotizzettel, Bastelmaterialien usw. Darüber hinaus aber auch Rückzugsorte mit Sofas oder bequemen Sesseln, angenehme Beleuchtung, harmonischen Farben.
  6. Würdigung von kreativen Ideen: Kreativitätswettbewerbe und Prämien für innovative Ideen spornen die Mitarbeiter an und zeigen, dass das Unternehmen neue Ideen würdigt.

Zu diesem Thema passt auch die Methode „Design Thinking“, die ich in diesem Artikel vorstelle: Was ist Design Thinking?

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Außerdem empfehle ich Ihnen mein Arbeitsbuch „Kreativ in Projekten“, in dem ich Ihnen 12 Kreativitätstechniken vorstelle. Zu jeder Methode gibt es eine Beschreibung des Settings, die benötigte Anzahl an Teilnehmern und Materialien und den voraussichtlichen zeitlichen Umfang.

Was ist „Design Thinking“?

Design Thinking vorgestellt von Tanja Föhr

Haben Sie schon einmal von „Design Thinking“ gehört?

Es handelt sich dabei um einen Ansatz zur Problemlösung bzw. Ideenfindung mit dem Ziel, dass die Ergebnisse für den Nutzer überzeugend sind.

Für diese Methode benötigen Sie 3 Dinge: ein gut gemischtes Team, einen entsprechenden Raum und den Prozess.

Denn Design Thinking beschreibt eine Vorgehensweise, die genau vorgegeben ist und 6 Schritte umfasst.

Welche Schritte dies sind und was so anders an dieser Methode zur Lösungs- bzw. Ideenfindung ist, das erfahren Sie in diesem Video:

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Die Grafik wurde von Tanja Föhr gezeichnet und stellt die einzelnen Schritte sehr einprägsam dar.