5 zentrale Grundlagen der Kaizen-Methode

5-S-Methode, TQM, Ishikawa-Diagramm, TPM, die sieben Muda, Just-in-Time – dies alles sind Methoden, die zu Kaizen gehören. In diesem Artikel stelle ich die 5 zentralen Grundlagen von Kaizen vor und zeige auf, wie dies auch im Büro umgesetzt werden kann.

So funktioniert die Kaizen-Methode auch im Büro

Von Kaizen und neuen Managementmethoden aus Japan habe ich vor rund 30 Jahren in meinem Studium gehört. Damals haben viele von uns Hausarbeiten und Diplomarbeiten zu diesen Methoden geschrieben. Immer ging es darum, wie die erfolgreichen Strategien von Toyota auf Deutschland und unsere Unternehmen adaptiert werden können.

Natürlich haben sich zuerst deutsche Automobilhersteller damit beschäftigt, inzwischen sind die Methoden in allen Branchen angekommen.

Nachdem man Erfolge im Produktionsbereich feiern konnte, wurden die Erfahrungen auch ins Büro übertragen.

Obwohl ich dachte, dass dieses Thema inzwischen überall bekannt und angewandt wird, beobachte ich immer wieder, insbesondere in kleinen Unternehmen, das dies nicht so ist.

Die Chance auf effizienteres Arbeiten, bessere Erfolge und mehr Kundenzufriedenheit wird leider oft vertan.

Wenn auch Sie das Gefühl haben, dass es an Ihrem Arbeitsplatz noch Potenzial gibt, dann nehmen Sie sich gerne etwas Zeit für diesen Artikel.

Prozessorientierung

Sich regelmäßig mit Prozessverbesserungen zu beschäftigen zahlt sich am Ende für ein Unternehmen aus.

Aber niemand hat Lust, Prozesse zu dokumentieren. Da dies sehr zeitaufwändig ist und der Sinn manchmal auf dem Weg verloren geht, kommen viele Teams gar nicht dazu, ihre Prozesse zu verbessern.

Was aber passiert, wenn Unternehmen nicht ständig an Prozessverbesserungen arbeiten, lesen Sie hier: Warum Prozesse kontinuierlich verbessert werden müssen

Wie geht es einfacher?

Dies ist die Frage, die ich mir immer stelle. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit der Salutogenen Geschäftsprozessanalyse gemacht. Hier liegt der Schwerpunkt auf die Gestaltung von Arbeit, die die Mitarbeiter gesund erhält. D.h. man fragt die Mitarbeiter eines Teams nicht „Welche Prozesse müssen verbessert werden?“, sondern „Welche Prozessschritte stressen Sie?“

Dieser andere Blick auf Prozesse macht es vielen Mitarbeitern einfacher, eine Antwort zu geben und die Motivation ist größer an Verbesserungen zu arbeiten. Außerdem beschäftigt man sich nicht erst einmal mit der reinen Dokumentation, sondern kommt gleich zu den Schmerzpunkten. Um zu verstehen, wo das Problem liegt, muss natürlich trotzdem der Prozess, z.B. mit Hilfe von Moderationskarten, dokumentiert werden.

Dennoch lohnt es sich, mit den verschiedenen Prozessaufnahme- und Dokumentationsmethoden auseinander zu setzen. Einen Einstieg ins Prozessmanagement gebe ich Ihnen hier (klick).

Kundenorientierung

Wer ist Ihr Kunde? Welche Bedürfnisse und Erwartungen hat Ihr Kunde? Dies sind zwei elementare Fragen.

Eigentlich ist doch klar, wer der Kunde ist. – Eigentlich. Denn wenn ich bei meinen Trainingsteilnehmern auf diesen Punkt zu sprechen komme, habe ich oft den Eindruck, dass es doch nicht so klar ist. Angenommen, ich würde einen Kinderpartyservice betreiben. Wer wäre mein Kunde? Die Kinder, die teilnehmen? Das Geburtstagskind? Die Eltern, die meinen Service bezahlen?

Auch die Idee des internen Kunden scheint oft noch nicht so ganz verstanden zu sein. Da fallen dann Sätze, wie „Wenn der Kollege xy das nicht richtig ausfüllt, dann muss er sich auch nicht wundern, dass ich das nicht bearbeite.“ Und immer wieder wird über „die da oben“ und „die da unten“ gesprochen, wenn man seine Kollegen meint. Probleme an den Schnittstellen werden hier sichtbar.

Eine klare Ausrichtung auf die Kunden (interne und externe) und deren Erwartungen hilft dabei, die eigenen Dienstleistung zu verbessern und das schafft eine höhere Kundenzufriedenheit.

Außerdem verbessern Sie dabei Ihre eigenen Abläufe und konzentrieren sich auf die wichtigen Punkte.

Sie fragen sich, wie Sie dieses Thema nun konkret angehen sollen? Ich empfehle Ihnen Design Thinking, eine Methode aus dem agilen Projektmanagement. Hier haben Sie eine strukturierte Vorgehensweise mit 6 Schritten, bei der Sie sich auch zwischendurch immer wieder Rückmeldung von Ihrem Kunden einholen, ob Ihre Dienstleistung seinen Erwartungen entspricht.

Qualitätsorientierung

Auch diese Grundlage besteht aus zwei Aspekten: Qualitätsstandards festlegen und die Einhaltung überprüfen.

Das hört sich, wie die Prozessdokumentation, wieder sehr aufwändig an. Und tatsächlich habe ich in vielen Unternehmen sehr umfangreiche Qualitätsmanagement-Handbücher gesehen. Bei meinem alten Arbeitgeber haben wir rund 2000 Prozesse dokumentiert, es gab mehrere Hundert Formulare und das QM-Handbuch hat 12 breite Ordner gefüllt. Aber außer der Revisions-Abteilung hat das wohl niemand wirklich gelesen…

Geht das auch einfacher?

Ja, wenn Sie im Blick behalten, warum und für wen Sie ein QM-Handbuch erstellen. Es darf nicht zur Arbeitsbeschaffungsmaßnahme werden oder weil der QM-Beauftragte denkt, er müsste rechtfertigen, dass er auch etwas tut und daher besonders viel schreibt.

Also ist die Frage:

Wie schaffen Sie es, die Qualitätsstandards so zu dokumentieren, dass die Kollegen dies schnell und einfach verstehen können?

Sie können das gewünschte Ergebnis mit einem Foto dokumentieren und Hinweise hinzufügen.

Durch Checklisten stellen Sie sicher, dass alle erforderlichen Schritte getan werden und gleichzeitig kann man gut erkennen, was bereits erledigt ist und was noch fehlt bzw. der nächste Schritt ist. Das hilft nicht nur jedem Mitarbeiter selbst, sondern auch im Vertretungsfall. Tipps, wie Sie eine gute Liste erstellen gebe ich hier: Was macht eine gute Liste aus?

Ansonsten ist es immer empfehlenswert, die einzelnen Schritte in Stichworten, anstelle von ausführlichen Texten zu beschreiben. Eine gute Technik dabei ist an entscheidenden Stellen Fragen einzubauen. Beispiel: „Zahlungseingang erfolgt?“ – Ja / Nein. Und dann wird genannt, was zu tun ist, wenn diese Frage mit Ja beantwortet wurde und was, wenn die Antwort Nein lautet.

Der 2. Aspekt, die Einhaltung der Standards zu überprüfen, kann an die Revision übertragen werden, oder der QM-Beauftragte führt regelmäßig Audits durch. Aber aus meiner Sicht ist es viel wichtiger, bei allen Mitarbeitern die Lust an Qualitätsorientierung zu wecken, sodass jeder selbst auf die Einhaltung achtet.

Kritikorientierung

Kritik wird im Kaizen als Chance zur ständigen Verbesserung gesehen. Daher ist Kritik nicht nur erlaubt, sondern erwünscht.

Wenn also etwas nicht gut funktioniert oder ein Fehler passiert, dann sollten Sie nicht nach dem Schuldigen suchen, sondern sich fragen, wie das passieren konnte. Analysieren Sie genau den Prozess. Laden Sie auf alle Fälle die Mitarbeiter dazu ein, Verbesserungsvorschläge zu machen. Testen Sie die Verbesserung in der Praxis. Prüfen Sie dann, ob es tatsächlich funktioniert, oder noch weitere Verbesserungen vorgenommen werden sollten.

Dieser PDCA-Zyklus wird immer wieder durchlaufen. So werden die Abläufe im Unternehmen laufend analysiert und verbessert.

Standardisierung

Alle 4 bisherigen Grundlagen, Prozess-/Qualitäts-/Kunden-/Kritikorientierung, beinhalten den Gedanken der ständigen Verbesserung. Verbesserung der Qualität der Dienstleistung und Produkte und Verbesserung der Prozesse.

Wenn Sie dann einen neuen Stand, ein neues Level, erreicht haben, dokumentieren Sie dies, damit es zum neuen Standard wird und so im Unternehmen integriert wird.

Solange Ihre Kernprozesse betroffen sind, wird der neue Standard natürlich im QM-Handbuch dokumentiert.

Geht es aber eher um abteilungs- oder projektinterne Verbesserungen, wie z.B. eine optimierte Dateiablagestruktur, könnten Sie dafür ein Office-Handbuch erstellen. Hier hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, die getroffenen Vereinbarungen nachzulesen bzw. bei Nichteinhaltung sich darauf zu berufen und auch die Einarbeitung neuer Kollegen funktioniert viel einfacher.


Zusammenfassung

Die 5 zentralen Grundlagen der Kaizen-Methode sind in großen Unternehmen seit vielen Jahren etabliert. Aber auch kleine Betriebe können davon profitieren.

Hier ist es besonders wichtig, einen einfachen und pragmatischen Weg zu finden.

Ich hoffe, Sie haben in diesem Artikel einige Anregungen erhalten.

Es ist gut, neben dem Tagesgeschäft sich regelmäßig die Zeit zu nehmen, um die eigene Arbeitsweise zu überprüfen und über Verbesserungen nachzudenken. Das zahlt sich auf alle Fälle aus.

6 goldene Ordnungsregeln fürs Büro

Wenn Sie das Buch „Simplify your life“ gelesen haben, dann kennen Sie die 6 goldenen Ordnungsregeln. Im Buch wird es eher auf den privaten Bereich, also die eigene Wohnung bezogen.

In diesem Artikel leite ich daraus Handlungsempfehlungen fürs Büro ab.

Aber hier zur Erinnerung die Regeln:

Wenn du etwas heraus nimmst, lege es wieder zurück.

Kennen Sie das? Sie kommen gerade aus einer Besprechung zurück und wollen gleich noch Ihre E-Mails checken. Also werden die Unterlagen aus der Besprechung einfach auf den Schreibtisch gelegt. Sie denken sich „Das räume ich dann später wieder weg.“ Plötzlich ist Feierabend und die Unterlagen liegen immer noch auf dem Schreibtisch. Inzwischen sind vielleicht sogar noch andere Dinge hinzugekommen. Und Sie denken sich „Das räume ich morgen weg.“

Aber Sie tun es nicht.

Stattdessen findet nach 14 Tagen die nächste Besprechung statt und Sie suchen die Unterlagen vom letzten Treffen…

Diese erste Regel für dazu, dass Sie sofort Ordnung schaffen. Sie müssen nie wieder aufräumen, da Sie die Unterlagen sofort nach der Besprechung wieder zurück legen.

So herrscht mehr Ordnung auf dem Schreibtisch und Sie müssen keine Zeit fürs Suchen verschwenden.

Am einfachsten geht das Zurücklegen mit einem System, das dies unterstützt. Normale Stehordner im Schrank sind dafür eher ungeeignet. Besser, schneller und einfacher geht es mit Hängemappen oder dem Mappei-System.

Wenn du etwas öffnest, dann schließe es wieder.

Den ganzen Tag über öffnen wir E-Mails, Dateien und Programme. Irgendwann ist die Task-Leiste voll mit Icons bzw. Reitern. Aber ist das sinnvoll? Nein.

Besser ist es, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren.

Ihr Gehirn nimmt unbewusst war, was noch so alles rumliegt. Sei es elektronisch in der Taskleiste, oder in Papierform auf dem Schreibtisch. Dadurch werden Sie ständig abgelenkt und verlieren den Fokus auf die aktuelle Aufgabe.

Mein Tipp: Schließen Sie alle Dateien bzw. Programme, wenn Sie sie nicht mehr benötigen.

Wenn dir etwas heruntergefallen ist, hebe es wieder auf.

Auch wenn Sie sich denken „Das hebe ich später auf“, ist es besser, es sofort zu tun. Schnell verschwindet sonst ein Blatt Papier unter einem Rollcontainer oder eine Pinnnadel tritt sich fest.

Das ist ärgerlich und kann ganz einfach von Ihnen vermieden werden.

Wenn du etwas heruntergenommen hast, hänge es wieder auf.

Ich denke, das kommt hauptsächlich in Besprechungsräumen zum Tragen. Und aus meiner Erfahrung ist es dort auch eher umgekehrt, daher würde ich sagen:

Richte den Raum wieder so her, wie du in vorgefunden hast.

Mir fällt das insbesondere beim Flipchart auf: Ich möchte es benutzen, muss aber erstmal mehrere Seiten umblättern, bis ich ein leeres Flipchartblatt gefunden habe. Manchmal ist es ganz interessant für mich. Ich erfahre etwas über Personalstrategien, Umsatzzahlen und anderen internen Informationen. Gut ist das aber nicht.

Plakate von meinen Vorgängern an den Wänden, Moderationskarten auf der Metaplanwand, benutztes Geschirr auf dem Tisch… Ich könnte immer so weiter machen.

Wenn stattdessen jeder seine Sachen wieder mitnimmt, ist der Raum sofort aufgeräumt. Gehen Sie mit einem guten Beispiel voran!

Wenn du etwas nachkaufen willst, schreibe es sofort auf.

Büromaterial verbraucht sich manchmal wie von Zauberhand. Gestern hatten Sie noch 3 Kugelschreiber in der Stifteschublade, heute keinen mehr… Gut, dass es den Büromaterialschrank gibt.

Ärgerlich, wenn dort auch die Bestände aufgebraucht sind.

Dies können Sie mit einem Kanban-System vermeiden. Durch entsprechende Karten sehen Sie sofort die Bestellnummer, übliche Bestellmengen und den Lieferanten. Wenn Sie auch noch die Lieferzeiten und den Verbrauch betrachten und die Karte so platzieren, dass rechtzeitig nachbestellt wird, wenn die Mindestmenge erreicht ist, läuft es (fast) wie von selbst.

Wenn du etwas reparieren musst, tue es innerhalb einer Woche.

Verklemmter Tacker, defekter Drucker, Aktenvernichter mit Papierstau, verklemmte Schublade, schief hängende Schranktür, umkippendes Flipchart, defekte Jalousie… Im Büro gibt es viele mechanische Geräte, die kaputt gehen können.

Aber statt sofort dem Hausmeister Bescheid zu geben oder die IT mit der Reparatur des Druckers zu beauftragen, ärgert man sich jeden Tag aufs Neue, dass etwas nicht funktioniert.

Teilweise habe ich gesehen, dass die Mitarbeiter dann ein Provisorium selbst geschaffen haben. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Kabelbinder kommen dabei oft zum Einsatz oder auch Telefonbücher erhalten einen neuen Sinn.

Statt sich immer wieder darüber zu ärgern: Reparieren (lassen)!

Jahreswechsel: Das sollten Sie jetzt zu tun

Alle Jahre wieder…

Heute ist der erste Arbeitstag im neuen Jahr. Da gibt es einiges zu tun, um das alte Jahr abzuschließen und gut für das neue Jahr vorbereitet zu sein. Es geht – natürlich – um Ablage, Ordnung und Strukturen. Bereits heute zeigt sich, wie gut Sie schon organisiert sind. Auch wenn diese notwendigen Arbeiten nicht zu Ihrer Lieblingsbeschäftigung zählen, sollten Sie diese nicht vor sich herschieben, sondern etwas Zeit investieren. Sie können heute schon die Stellschrauben für mehr Effizienz am Arbeitsplatz für das kommende Jahr stellen.

Los geht’s…

Das alte Jahr archivieren

Wahrscheinlich tun Sie dies bereits für Ihre Papierablage: Die Ordner aus dem letzten Jahr bekommen einen anderen Platz im Schrank oder Sie bringen sie gleich ins Archiv.

Dies sollten Sie auch mit Ihren Dateien tun: Abgeschlossene Projekte verschieben Sie in den Archivordner, oder auch alte Angebote, Rechnungen, Briefe usw.

Und was ist mit den E-Mails? Mein Tipp: Sichten Sie auch Ihre Unterordner und entscheiden, welche Themen in Ihr Mail-Archiv verschoben werden können. Vielleicht gibt es auch Themen, die gar nicht mehr so wichtig sind und gelöscht werden können.

Falls Sie zwischen den Jahren ein paar Tage frei hatten, haben sich bestimmt einige Mails angehäuft. Gehen Sie auch diese heute noch durch und räumen Ihren Posteingang auf. Mails, die Sie heute nicht mehr bearbeiten werden, planen Sie bitte konkret ein.

Was machen Sie eigentlich mit Ihren gesendeten Mails?

Meiner Erfahrung nach, machen sich viele Menschen viele Gedanken, wie sie Ihre empfangenen Mails sortieren und ablegen, aber kümmern sich gar nicht um die gesendeten Mails. Dabei sind diese viel wertvoller, da sie Ihre Antwort beinhalten.

Heute wäre also ein guter Zeitpunkt auch den Ordner „Gesendet“ zu sichten und alte Mails zu löschen, oder entsprechend abzulegen.

Bei Ihnen hat sich da ganz schön etwas angesammelt? Dann nutzen Sie den Schwung und die Ruhe, die Sie heute noch haben und räumen den Ordner komplett auf. Ab morgen gehen Sie dann jeden Tag kurz vor Feierabend Ihre gesendeten Mails durch. Das dauert dann nur noch wenige Minuten, weil Sie noch im Thema sind und viel schneller entscheiden können.


Sie wissen nicht, wie Sie Ihre tägliche E-Mail-Flut effizient in den Griff bekommen?

Dann empfehle ich Ihnen meinen Videokurs Inbox Zero Challenge, mit dem Sie sofort durchstarten können.


Ordner für das neue Jahr anlegen

So, wie Sie es heute wahrscheinlich für Ihre Papierablage tun, sollten Sie auch in der Dateiablage und Ihrem Mail-Archiv die neuen Ordner für 2022 anlegen. So sind Sie gut vorbereitet, wenn es wieder so richtig los geht…

Vielleicht müssen Sie auch bei einigen Dateivorlagen die Jahreszahl anpassen. Und wenn Sie schon dabei sind, dann können Sie auch gleich einen kritischen Blick auf Ihre Vorlagen werfen. Vielleicht gibt noch Optimierungsmöglichkeiten?

Regelmäßige Besprechungen einplanen

Es gibt sicherlich auch bei Ihnen regelmäßig stattfindende Besprechungen. Das könnten Abteilungs- oder Teamrunden sein, regelmäßige Mitarbeitergespräche, Quartalstreffen oder auch 14-tägige Projektmeetings. Planen Sie doch gleich heute diese Besprechungen für das ganze Jahr durch und laden die Teilnehmer dafür ein. In diesem Zusammenhang reservieren Sie auch gleich die benötigten Besprechungsräume (vielleicht geht das ja auch über Ihr Mailprogramm).

So haben Sie gleich wichtige Termine festgezurrt.

Fristen notieren

Als nächstes überlegen Sie sich, welche Fristen Sie in diesem Jahr beachten müssen. Wann muss die Personal- oder Budgetplanung fertig sein? Wann die Zahlen für den Jahres-/Quartals-/Monatsabschluss? Welche Statistiken müssen bis wann erstellt werden? Vielleicht gibt es ja auch Aufgaben, die Sie jeden Monat erledigen müssen, wie z.B. Überstundenkonto prüfen, Kassenbuch führen oder die Bestellung von Büromaterial.

Aufgaben einplanen

Die Besprechungen und Fristen ziehen auch Aufgaben mit sich. Entweder zur Vor- aber auch zur Nachbereitung. Diese sollten Sie auch jetzt schon einplanen, da sie vorhersehbar sind. Sie können dafür in Outlook die Aufgaben nutzen, oder Termine mit sich selbst vereinbaren und diese im Kalender eintragen.

Beachten Sie dabei auch Ihre Urlaubsplanung und andere absehbare Abwesenheiten, wie z.B. Seminare und Geschäftsreisen.

Diese können Sie auch gleich in den Kalender eintragen.

Nun sollten Sie erstmal ein paar wichtige Dinge beachtet und eingeplant haben. Sie haben jetzt das Gefühl, dass alle Tage schon voll sind? Dann prüfen Sie, ob Sie Aufgaben delegieren können oder einige Besprechungen zwar regelmäßig, aber nicht so oft stattfinden könnten. Ansonsten zeigt dies „nur“, dass Sie viel zu tun haben.

Und hier zeigt sich der Vorteil, wenn Sie ihre Aufgaben schriftlich planen, statt alles nur im Kopf zu behalten: Sie merken, wie viel Zeit Ihnen dann noch für weitere Aufgaben bleibt, sodass Sie wissen, wie groß der Berg der weiteren Aufgaben und Tätigkeiten sein darf.

Mein Tipp: Schauen Sie sich meinen Artikel zum Kiesel-Prinzip an, um mehr darüber zu erfahren.

Geschafft! Jetzt kann das Jahr beginnen. Viel Erfolg!

Tempobaustelle: 57 Stunden statt 21 Tage

Im Norden von Hannover wird dieses Wochenende wieder eine Tempobaustelle eingerichtet. Dieses Mal soll es noch schneller gehen. Wie das möglich ist und was Sie für Ihre Arbeit daraus lernen können, erläutere ich in diesem Beitrag.


Das Ziel

Wenn der Asphalt auf einem Autobahnabschnitt erneuert werden soll, dann bedeutet das normalerweise wochenlanger Stau, weil nur noch 2 statt 3 Spuren zur Verfügung stehen und das in beiden Richtungen. Sehr nervig. Insbesondere, wenn es sich um die A2 handelt und der Auto- und LKW-Verkehr von Dortmund nach Berlin beeinträchtigt ist.

Das, was sich sonst über 3 Wochen hinziehen würde, soll an diesem Wochenende geschafft werden. Also: Die Baustelle soll innerhalb von 57 Stunden, statt erst nach 21 Tagen fertiggestellt sein. Es handelt sich um den Abschnitt zwischen der Ausfahrt Bothfeld und dem Parkplatz Varrelheide.

Warum geht das so schnell?

So eine Tempobaustelle ist nicht überall möglich. Die Voraussetzungen müssen stimmen und die sind einfach im Norden von Hannover ideal.

  • Kurze Strecke: Es werden nur 3 km erneuert. Für eine längere Strecke bräuchte man auch bei einer Tempobaustelle länger, aber dann schafft man das nicht an einem Wochenende und das wäre schlecht, siehe nächster Punkt.
  • Vollsperrung: Es ist aufwändig, eine Baustelle einzurichten, bei der der Verkehr von 3 auf 2 Spuren und auf die Gegenfahrbahn umgeleitet wird. Dies spart man sich und sperrt die Autobahn dieses Wochenende in Richtung Berlin. So ist auch die Zufahrt für die Baustellenfahrzeuge einfacher möglich.
  • Ausweichstrecken für den Verkehr: Aufgrund der Vollsperrung muss der Verkehr weiträumig umgeleitet werden. Dies ist über die A352 und B65 möglich. Der Verkehr wird also nicht über kleine Straßen, Wohngebiete und Tempo-30-Zonen parallel zur Autobahn geleitet, sondern mit mehreren Kilometern Umweg.
  • Tag und Nacht: Sind Sie auch schon häufiger an Baustellen vorbei gefahren, wo Sie keine Menschenseele gesehen haben? Freitag war mittags bereits Feierabend? Das ist bei einer Tempobaustelle anders. Hier wird an diesem Wochenende durchgearbeitet.
  • Parallel statt sequenziell: Es werden alle Spuren gleichzeitig bearbeitet, d.h. die Maschinen fahren nebeneinander. Normalerweise würde eine Maschine erst einen Streifen machen und dann den nächsten. Außerdem wird nicht erst der alte Asphalt abgefräst und am nächsten Tag der neue aufgetragen, sondern die Fräsmaschine fährt vorne weg und die Asphaltmaschine direkt hinterher. So wird am Ende der Strecke noch gefräst während am Anfang schon der neue Belag aufgetragen wird.
  • Logistik: Es gibt ausreichend Kies- und Asphaltwerke in unmittelbarer Nähe, denn der Asphalt muss auf die Minute genau eintreffen. Auch werden Reservemaschinen bereitstehen, damit bei einem möglichen Ausfall einer Maschine sofort eine andere eingesetzt werden kann.
  • Erfahrung: Es ist bereits die 3. Tempobaustelle in unserer Ecke. Im Mai 2020 wurden 3,6 km in 88 Stunden fertiggestellt und im September 2020 2 km in knapp 60 Stunden. Da das alles so gut funktioniert hat, will man nun 3 km in weniger als 60 Stunden schaffen.

Die Baustelle kann man von 3 Autobahnbrücken aus beobachten. Ich werde dieses Wochenende zu Fuß bzw. mit dem Rad dort hinfahren und Fotos machen, die ich hier und auf Facebook veröffentlichen werde.

Was können Sie daraus für sich übernehmen?

Manchmal kommt es auch zu Stau an Ihrem Arbeitsplatz oder Ihrer Abteilung. Beispielsweise wenn durch eine hohe Krankenquote ein Rückstau entstanden ist und Anträge/Aufträge nicht mehr zeitnah bearbeitet werden können. Stattdessen wird der Stapel der unbearbeiteten Vorgänge immer höher und die Kunden beschweren sich lautstark. Dann wäre eine Hau-Ruck-Aktion, an der sich mehrere Kollegen beteiligen, hilfreich.

Am Beispiel Aufräum-Tag gehe ich die o.g. Punkte durch:

  • kurze Strecke: Räumen Sie nur einen überschaubaren und realistischen Bereich auf. Vielleicht nur das Papier an Ihrem Arbeitsplatz oder nur die Dateiablage.
  • Vollsperrung/Ausweichstrecke: Am Aufräum-Tag stellen Sie Ihr Telefon um und richtigen eine Abwesenheitsnotiz für Ihre E-Mails ein. Konzentrieren Sie sich auf das Aufräumen.
  • Tag und Nacht: Keine Angst – Sie müssen nicht auch in der Nacht arbeiten. Aber vielleicht ist es besser, wenn Sie an einem Samstag aufräumen, um wirklich Ruhe zu haben.
  • Parallel: So eine Aufräum-Aktion kann man auch gut in der ganzen Abteilung durchführen. Dann kann einer neue Ordner beschriften, während ein anderer die alten Akten ins Archiv bringt.
  • Logistik: So ein Aufräum-Tag darf nicht ins Stocken geraten, weil nicht genug Ordner zur Verfügung stehen oder keine leere Datentonne bereit steht. Machen Sie sich vorab eine Liste des Büromaterials, das benötigt wird und testen Sie Locher und Tacker auf ihre Funktionsfähigkeit.
  • Erfahrung: Zu Beginn werden Sie bei jedem Blatt Papier denken „Das brauche ich bestimmt noch. Das lege ich erstmal beiseite.“. Im Laufe des Vormittags werden Sie immer schneller, weil Sie sich schneller entscheiden können. Dann heißt es „Das brauche ich nicht mehr. Ich hätte sowieso nicht gewusst, dass ich das noch habe. Ich habe es als Datei abgespeichert. Das Papier kann weg.“

Update: Nach 40 Stunden fertig!

Am Freitagabend stand ich auf einer der Autobahnbrücken und habe beobachten können, wie der Asphalt abgefräst wurde. Hier ein ein Video, das ich auf Facebook gepostet habe:

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Es standen wirklich viele LKWs bereit, damit ohne Unterbrechung weiter gearbeitet werden konnte.

Am Samstag wurden dann nach und nach die einzelnen Schichten aufgebracht. Auch waren wieder viele Fahrzeuge im Einsatz. Warum die LKWs aber die ganze Strecke rückwärts gefahren sind, habe ich nicht verstanden. Schauen Sie selbst:

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Heute, Sonntag, war ich ca. 12:20 Uhr wieder auf der Brücke. Was soll ich sagen? Es fuhren die ersten Autos wieder auf der Autobahn. Die Turbobaustelle war also nicht wie geplant nach 57 Stunden, sondern nach bereits rund 40 Stunden fertig!

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Wo steht Ihr Betrieb im digitalen Wandel?

Die Büroarbeitswelt verändert sich zunehmend. Unternehmen – unabhängig von ihrer Größe – müssen auf die Herausforderungen der Digitalisierung und des demografischen Wandels reagieren und oft sind Veränderungen notwendig.

Aber wo steht Ihre Firma? Was sind die Stärken und Schwächen?

Im Check „Gute Büroarbeit“ des Deutschen Netzwerks Büro erfahren Sie, wo Ihr Betrieb im digitalen Wandel eigentlich steht.

Durch diese Potenzialanalyse decken Sie Handlungsfelder auf. Dabei werden folgende Themen betrachtet und als Ziele definiert:

  • Eine motivierende und kooperative Arbeitskultur ermöglichen
  • Potenziale der Menschen entfalten
  • Wissen zur Erfolgsbasis machen
  • Informationstechnologien intelligent nutzen
  • Die Bürogestaltung als Wertschöpfungsfaktor
  • Prozesse und Projekte intelligent steuern

Sie haben dabei die Möglichkeit, einen Quick-Check oder einen Komplett-Check durchzuführen.

TIPP: Nehmen Sie die Druckversion als Grundlage für die nächste Teamsitzung und diskutieren und bewerten die einzelnen Handlungsfelder gemeinsam. So können Sie einen Aktionsplan erstellen, der Sie dabei unterstützt die Prozesse in Ihrem Team zu verbessern.


Wo steht Ihr Betrieb? Wo liegt Ihr Verbesserungspotential? Hinterlassen Sie gerne einen Kommentar.

In diesem Jahr wird alles besser

Das Jahr 2021 ist noch jung. Haben Sie auch gute Vorsätze? Zum Beispiel, dass dieses Jahr alles besser wird. Alles soll anders werden. Der Schreibtisch soll leer werden. Unerledigte Aufgaben sollen endlich abgeschlossen werden. Weniger Überstunden. Weniger Stress. Und weniger Chaos in den E-Mails.

Der Wille ist da, aber das Tagesgeschäft kommt dazwischen. Immer ist etwas anderes wichtiger, dringender, oder Sie haben einfach keine Lust zum Aufräumen.

Schnell sind die guten Vorsätze vergessen und es hat sich nichts verändert.

Heute gebe ich Ihnen 5 pragmatische Tipps mit denen Sie schnell Erfolge erzielen.


Leerer Schreibtisch

1. Papierstapel aussortieren

Sie haben verschiede Vorgänge bzw. Unterlagen auf Ihrem Schreibtisch gestapelt? Gibt es mehrere Ablagekästen, die voll sind? Dann wird es Zeit, aufzuräumen.

Warum? Es spricht vieles für einen leeren Schreibtisch. Die vielen unerledigten und womöglich dringenden Aufgaben lenken Sie ab. Unbewusst nehmen Sie wahr, das noch vieles erledigt werden muss. Aber dadurch können Sie sich schlechter auf die aktuelle Aufgabe konzentrieren. Ein weiterer Grund: Sie und Ihre Vertretung müssen immer wieder in den verschiedenen Stapeln nach Unterlagen suchen. Das kostet unnötig Zeit. Diese Zeit könnten Sie viel besser nutzen. Aus meiner Erfahrung aus den vielen Arbeitsplatzcoachings weiß ich, dass viele dieser Unterlagen nur abgeheftet werden müssen, weggeworfen werden können und sich bereits erledigt haben. D.h. es sieht nach viel mehr unerledigter Arbeit aus, als es tatsächlich ist.

Wie gehen Sie am Besten vor? Nehmen Sie sich Ablagekasten für Ablagekasten, Stapel für Stapel vor. Dabei ist es egal, ob Sie rechts oder links anfangen. Nehmen Sie jedes Blatt in die Hand und fragen sich „Was muss ich hier noch tun?“. Nicht mehr benötigtes Papier werfen Sie sofort in den Papierkorb oder in die Datentonne. Noch benötigte Unterlagen heften Sie sofort ab. Aufgaben priorisieren Sie und legen sich diese auf Wiedervorlage. Dinge, die Sie auch noch in elektronischer Form haben (Datei, E-Mail), müssen Sie wahrscheinlich nicht in Papierform aufheben. Seien Sie also mutig beim Wegwerfen.

Für einen leeren Schreibtisch empfehle ich Ihnen Hängemappen zu nutzen, oder auch das Mappei-System.

Was bringt es? Mehr Überblick, ein gutes Gefühl und am Ende des Tages Zufriedenheit, weil Sie es endlich angegangen sind.

Zeitbedarf: Je nach Menge zwischen 10 min. und 2 Stunden. Sie werden schneller sein, wenn Sie sich nicht jeden Vorgang im Detail durchlesen, sondern sich schnell entscheiden.


2. E-Mail-Chaos beseitigen

Ihr Mail-Postfach quillt über? Es fällt Ihnen schwer, in den tausenden Mails und vielen Unterordnern Informationen zu finden? Dann muss eine schnelle Lösung her!

Warum? Bei den vielen Mails kann Ihnen schnell mal eine Aufgabe oder eine Frist durchrutschen und das führt zu Stress und Überstunden. Auch mit dem Suchen nach Mails verschwenden Sie nur unnötig Zeit.

Wie gehen Sie am Besten vor? Jede Mail durchzulesen und zu entscheiden, wo sie abgelegt wird, oder gelöscht werden kann, würde viel zu lange dauern. Daher habe ich einen ganz pragmatischen Tipp für Sie: Verschieben Sie alle Mails bis 31.12.2020 in ein Archiv. Dieses nennen Sie z.B. „Mails bis 31.12.2020“. Oder Sie legen Jahres-Archive an und verschieben die Mails entsprechend. Dabei sollten Sie für sich klären, wie lange Sie Mails überhaupt aufheben wollen. Klären Sie diese Frage auch gerne mit Ihrem Chef. Nach meiner Erfahrung ist dieser Punkt in den meisten Unternehmen völlig unklar. Vielleicht können Sie auch ältere Mails großzügig löschen. Ab dem 01.01.2021 starten Sie dann einfach neu. Legen Sie nur Unterordner an, die Sie aktuell benötigen. Legen Sie ab sofort Mails jeden Tag ab. Aufgaben legen Sie sich auf Wiedervorlage. So sollte es Ihnen gelingen, das Mail-Postfach jeden Abend geleert zu haben.

Sie wissen nicht, wie Sie Ihre Mails in Outlook auf Wiedervorlage legen können? Dann ist meine Inbox-Zero-Challenge das Richtige für Sie.

Was bringt es? Mehr Überblick, ein gutes Gefühl und weniger Speicherplatzbedarf.

Zeitbedarf: Je nach Menge der Mails ca. 15 min.


3. Aufgeschobene Aufgaben endlich erledigen

Eigentlich hatten Sie im letzten Jahr ganz viel vor. Nun stellen Sie fest, dass Sie viele Themen vor sich her schieben? Dann gehen Sie es endlich an!

Warum? Aufgeschobene Aufgaben sind schwer wie Blei. Sie ziehen uns runter, machen ein schlechtes Gewissen und die wiederkehrenden Nachfragen vom Kollegen / Chef / Kunden nerven. D.h. diese Aufgaben kosten viel Energie, die Sie besser einsetzen könnten.

Wie gehen Sie am Besten vor? Sammeln Sie alle aufgeschobenen Aufgaben und notieren Sie diese auf einem Zettel. Dann streichen Sie alles, was sich inzwischen erledigt hat oder wo Sie Stand heute entscheiden, dass Sie diese Aufgabe nicht erledigen. Priorisieren Sie diese Aufgaben. Planen Sie einen Aufschieberitis-Tag ein (möglichst zeitnah). Schotten Sie sich an diesem Tag ab (Tür zu; Kollegen informieren, dass Sie nicht erreichbar sind; Telefon umstellen). Gehen Sie nach und nach die Aufgaben an und erledigen Sie sie. Belohnen Sie sich zwischendurch und am Ende (wichtig!).

Mehr dazu in diesem Blog-Artikel (klick).

Was bringt es? Ein gutes Gewissen und mehr Energie.

Zeitbedarf: Für die Vorbereitung ca. 30 min. und dann 1 Tag


4. Wichtige Aufgaben erledigen

Passiert es Ihnen häufiger, dass Sie sich am Abend fragen, was Sie eigentlich den ganzen Tag gemacht haben? Eigentlich wollten Sie eine wichtige Aufgabe erledigen, aber es kam immer wieder etwas dazwischen? Dann ändern Sie eine Kleinigkeit in Ihrem Tagesablauf.

Warum? Wenn Sie sich den ganzen Tag von den E-Mails und dem Tagesgeschäft durch den Tag treiben lassen, dann haben Sie keine Zeit für die wirklich wichtigen Aufgaben. Um diese noch erledigen zu können, machen viele Menschen Überstunden. Dabei stellen Sie fest, dass Sie sich nach einem anstrengenden und hektischen Tag nicht mehr gut konzentrieren können und daher mehr Zeit benötigen.

Wie gehen Sie am Besten vor? Legen Sie fest, welche Aufgabe die wichtigste Aufgabe des Tages ist. Das können Sie z.B. am Vorabend tun. Hilfreich beim Priorisieren ist das Eisenhower-Prinzip. Wenn Sie morgens ins Büro kommen, erledigen Sie diese Aufgabe als erstes. Währenddessen gehen Sie nicht ans Telefon und schließen Ihre Bürotür. Danach öffnen Sie erst Ihr E-Mail-Postfach.

Was bringt es? Sie erledigen Ihre wichtigsten Aufgaben morgens, wenn Sie noch frisch und konzentriert sind. Wenn danach das Chaos über Sie hereinbricht, haben Sie trotzdem ein gutes Gefühl, weil Sie ja bereits etwas geschafft haben.

Zeitbedarf: ca. 5 min. am Vorabend, um die wichtigste Aufgabe des Tages für den nächsten Tag auszuwählen.


5. Zeit sparen mit Textbausteinen

„Ich habe das doch schon einmal geschrieben, aber wo ist die Datei?“ Kennen Sie das? Bei Briefen, Angeboten, Anschreiben oder Bestätigungen verwenden Sie eigentlich immer wieder den gleichen Text. Oder zumindest einige Varianten davon.

Warum? Statt immer wieder die Texte neu zu formulieren und zu tippen, können Sie Zeit sparen, wenn Sie auf alte Texte zurückgreifen. Und wo finden Sie diese? Schneller und einfacher geht es mit Textbausteinen.

Wie gehen Sie am Besten vor? Wie Sie mit Schnellbausteinen in Word arbeiten, erkläre ich in diesem Video (klick). Sie können die Schnellbausteine auch in E-Mails verwenden. Mehr dazu hier (klick).

Was bringt es? Sie sparen Zeit und Nerven.

Zeitbedarf: Einen Schnellbaustein erstellen Sie in 10 sec. Die entsprechenden Texte können Sie laufend hinterlegen. Wenn Sie aber erst einmal ein paar Texte hinterlegen möchten, müssen Sie Zeit für das Suchen nach den Texten einkalkulieren.

5S digital – Mehr Ordnung in den Dateien

Aufräumen mit der 5S-Methode

Die 5S-Methode ist eine Idee aus dem japanischen Toyota-Produktionssystem. Ziel ist es, die Arbeitsplätze so zu gestalten, dass die Arbeit störungsfrei ablaufen kann, Suchen ebenso wie lange Transportwege und Wartezeiten vermieden werden und dadurch verschwendungsfrei gearbeitet werden kann. Ein sauberes und ordentliches Arbeitsumfeld gilt als Grundlage für Qualitätsarbeit.

Die 5S-Methode wird in Deutschland auch 5A-Methode genannt und leitet sich von den Anfangsbuchstaben der 5 Schritte ab. In der folgenden Grafik sehen Sie die einzelnen Schritte mit kurzen Erläuterungen. Ich habe noch einen 6. Schritt hinzugefügt: Wenn alles zur Gewohnheit geworden ist, läuft es wie von selbst.

Ein aufgeräumter Schreibtisch

Wenn Sie Ihren Schreibtisch mit der 5S-Methode aufräumen möchten, sollten Sie ungefähr einen halben Tag dafür einplanen. Wenn es schon länger her ist, dass Sie aufgeräumt haben, könnte es auch einen Tag dauern.

Planen Sie einen Aufräum-Tag mit der ganzen Abteilung ein. Das macht mehr Spaß und die Entscheidung, was weggeworfen werden kann und wo was abgelegt werden soll, fällt leichter.

So gehen Sie vor:

Schauen Sie Ablagekasten für Ablagekasten, Schublade für Schublade und Papierstapel für Papierstapel durch und entscheiden Sie, was weggeworfen werden kann (Seiri). Für die Unterlagen, die aufgehoben werden müssen, legen Sie einen bestimmten Platz fest und beschriften diesen (Seiton). Hilfreich dabei sind Hängemappen. In den Schubladen Ihres Rollcontainers können Sie für mehr Ordnung sorgen, indem Sie mit Trennstegen und Schrägablagen einzelne Bereiche abtrennen. Und wenn Sie schon dabei sind, alles einmal auszuräumen, können Sie auch gleich den Putzlappen schwingen (Seiso). Nun dokumentieren Sie diesen Standard (Seiketsu). Dafür könnten Sie ein kurzes Dokument erstellen und alles beschreiben, oder Sie fotografieren einfach diesen Idealzustand. Nun kommt es darauf an, dass Sie Unterlagen, die Sie aus Ihrer Ablage herausnehmen, später wieder dort hin zurück legen (Shitsuke).


Sie haben Lust, mit der 5S-Methode aufzuräumen, wissen aber nicht, wie Sie diese Methode Ihren Kollegen erklären sollen? Dann empfehle ich Ihnen die CD von LeanAktuell. Hier finden Sie nicht nur eine PowerPoint-Präsentation mit allen Erklärungen, sondern auch ein Spiel, um ganz leicht die Methode zu erlernen. Zum Bestellen hier klicken.


So schaffen Sie Ordnung in Ihren Dateien

Die 5S-Methode lässt sich natürlich auch auf Ihren digitalen Arbeitsplatz anwenden. Die einzelnen Schritte sind:

  1. Separieren: Gehen Sie Ihre Dateiablage durch. Welche Ordner, welche Dateien benötigen Sie nicht mehr? Durchforsten Sie auch Ihren Mail-Posteingang und die Unterordner. Vergessen Sie dabei nicht Ihre gesendeten Mails. Falls Sie einige Dateien auf dem Desktop abgelegt haben, sollten Sie auch hier aufräumen.
  2. Sortieren: Legen Sie eine sinnvolle Ordnerstruktur an und benennen Ihre Ordner eindeutig. Überlegen Sie sich, nach welchem System Sie Ihre Dateien benennen wollen. Beginnt der Dateiname mit dem Datum? Verwenden Sie eher Kundenname oder Kundennummer?
  3. Säubern: Leeren Sie den digitalen Papierkorb.
  4. Standards: Dokumentieren Sie Ihre geschaffenen Standards. Neben einer Beschreibung können auch Screenshots hilfreich sein.
  5. Selbstdisziplin: Legen Sie nun jeden Tag sofort Dateien und Mails in die jeweiligen Ordner ab. So tragen Sie dazu bei, dass die einmal geschaffene Ordnung dauerhaft beibehalten wird.

Sie würden gerne die Dateiablagestruktur verbessern, wissen aber nicht, wie Sie vorgehen sollen? Ich unterstütze Sie im Rahmen eines Workshops gerne dabei gemeinsam eine optimierte Struktur zu finden. Mehr Informationen dazu (klick)


Fallbeispiel: Auf die Kernkompetenz konzentrieren

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Die Ausgangslage

Vor einiger Zeit war ich bei einem Autohaus. – Nein, nicht weil ich ein neues Auto kaufen wollte. Ich wurde vom Inhaber gebeten, ein Coaching mit einem der Verkäufer durchzuführen.

Dieser Verkäufer war super. Der Chef hat richtig von ihm geschwärmt. Dieser Verkäufer war immer freundlich zu den Kunden, hat sehr gut beraten, viele Autos verkauft und sein spezieller Bereich war der Gebrauchtwagenhandel. Wie viele Autohäuser, werden auch hier die alten Autos der Kunden in Zahlung genommen, wenn ein neues Modell gekauft wird. Wohin nun aber mit den ganzen gebrauchten Wagen? Der Markt ist nicht ganz leicht. Der Mitarbeiter hat aber sehr gute Strategien entwickelt, diese Gebrauchtwagen schnell und zu einem guten Preis zu verkaufen.

Aber es gab einen Haken: Der Verkäufer war einfach schlecht organisiert.

Wenn ein Kunde sein neues Auto abholen wollte, dann konnte er häufig die Autopapiere und Schlüssel nicht finden, oder hatte vergessen, sich um die Anmeldung zu kümmern.

Wenn ein Kunde ein Leihauto erhalten hatte, weil sein eigener Wagen gerade in der Werkstatt repariert wird, hat er die Unterlagen dazu nicht mehr gefunden.

Und auf seinem Schreibtisch tobte das Chaos, da sich bei ihm auch viele Telefonnotizen angesammelt hatten.

Die Kollegen waren von ihm genervt, der Chef unzufrieden und die Kunden auch nicht immer ganz glücklich.

Der Verkäufer selbst war auch unzufrieden, denn er hatte schon oft versucht, sich zu bessern, aber der Erfolg hielt nicht lange an. Stattdessen machte er häufig Überstunden am Abend und war freiwillig am Samstag im Autohaus, damit er den Papierkram schafft.

Das Arbeitsplatzcoaching

Wir haben uns insgesamt drei Mal getroffen und die Unterlagen auf seinem Schreibtisch sortiert. Wir haben Ablagekästen beschriftet, Hängemappen angelegt, auch das Sideboard aufgeräumt, viel weggeschmissen. Außerdem haben wir seinen Tag geplant und ihm mehr Struktur gegeben.

Das hat auch alles ganz gut funktioniert, aber er ist teilweise wieder in sein Chaos zurückgefallen. Außerdem macht ihm der „Verwaltungskram“ einfach keinen Spaß und deswegen schiebt er die Aufgaben gerne vor sich her. – Er verkauft lieber Autos.

Wir haben also einen Teilerfolg erzielt, aber so richtig zufrieden war niemand. Dann hatte ich eine Idee.

Die Lösung

Ich habe dem Chef vorgeschlagen, dass sich der Mitarbeiter auf seine Kernkompetenzen konzentrieren sollte.

Nicht jeder muss alles gut können. Er war einfach ein guter Verkäufer, aber eine schlechte Bürokraft. Also habe ich empfohlen, eine „Bürofee“ für ihn einzustellen, die sämtliche Verwaltungstätigkeiten für ihn übernimmt. Sodass er sich wieder voll auf das Verkaufen von Autos konzentrieren kann, dadurch mehr Umsatz erreicht und zufriedener ist. Gleichzeitig sind auch die Kollegen und Kunden zufriedener, weil alles besser läuft. Die Kosten für die zusätzliche Kraft würde der Mitarbeiter schnell selbst erwirtschaften.

Als ich dem Verkäufer das vorgeschlagen habe, war es, als würde eine große Last von ihm fallen. Die Vorgabe, mehr Gewinn erzielen zu müssen, damit die Mitarbeiterin bezahlt werden kann belastete ihn nicht – im Gegenteil: Es spornte ihn an. Die Aussicht darauf, wieder sich voll und ganz auf seine Kernkompetenz konzentrieren zu können ließ ihn strahlen.

Fazit

In einem Team sollte jeder das tun, was er am Besten kann. Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Führungskräfte sollten dies erkennen und den Nutzen daraus ziehen. Jeder bekommt die Aufgaben, die er am Besten und mit hoher eigener Motivation kann.


Läuft es in Ihrem Team auch nicht so ganz rund? Sehen Sie Verbesserungspotenzial? Dann vereinbaren Sie einfach ein kostenloses und unverbindliches Strategiegespräch mit mir. Wir schauen dann gemeinsam, wie ich Sie am Besten unterstützen kann.

Arbeit unter die Lupe genommen

Womit verbringen Sie Ihre Zeit am Arbeitsplatz?

Wenn Sie sich jetzt denken „Mit Arbeit natürlich!“, dann haben Sie sich getäuscht. Wirklich produktiv arbeiten wir nämlich viel weniger, als wir es glauben.

Stattdessen wird viel Zeit mit dem Suchen nach Informationen, in zu langen und ineffizienten Besprechungen und mit E-Mails verbracht.

Immer wieder kommt es auch vor, dass Aufgaben doppelt erledigt werden. Und in meinen Arbeitsplatzcoachings beobachte ich nicht selten, dass Mitarbeiter die selben Zahlen in verschiedenen Tools erfassen. – Oder Informationen aus einer Software ausdrucken, um sie dann in einer anderen Software wieder einzugeben.

Tipp: asana hat einen Bericht zur Anatomie der Arbeit herausgebracht, den Sie hier (klick) kostenlos erhalten.

Wie groß ist Ihr Verbesserungspotenzial?

Eigentlich sollten Sie sich täglich fragen „Geht das auch einfacher?“. Das mache ich jedenfalls automatisch, aber ich gebe zu, dass das so eine „Macke“ von mir ist.

Sie könnten auch alle Prozesse detailliert dokumentieren und optimieren. Das benötigt allerdings etwas Zeit.

Wenn Sie einfach (da ist es wieder…) und schnell feststellen möchten, wo Ihre Ansatzpunkte liegen, dann empfehle ich Ihnen meine Arbeitsplatz-Analyse, die Sie selbst in wenigen Minuten durchführen können: https://www.123effizientdabei.de/arbeitsplatz-analyse/

Gerne können wir auch ein 20-minütiges und kostenloses Strategiegespräch führen, um Ihr Potenzial zu analysieren.

Wie effizient sind Sie organisiert?

Wissen Sie, wie effizient Sie organisiert sind und ob Ihnen unter Umständen sogar kostbares Einsparpotenzial entgeht? Eine Antwort auf diese Fragen gibt Ihnen der neue Online-Effizienzrechner von MAPPEI.


Lassen Sie sich in drei einfachen Schritten berechnen, welcher Zeitgewinn und welches Einsparpotenzial mit dem MAPPEI-System erreicht werden kann.


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